Wintersonnenwende 22.12.2019

An diesem besonderen Zeitpunkt erleben wir den kürzesten Tag des Jahres. Auch wenn das die größte Dunkelheit bedeutet, so steckt zugleich der Wendepunkt zum Licht darin.

Die kurzen Tage bringen jedoch einige Herausforderungen für Körper und Psyche mit sich. Auf physischer Ebene wirkt sich das mangelnde Tageslicht auf das Hormonsystem (u.A. Vitamin D-Mangel, vermehrte Melatoninproduktion, weniger Serotoninausschüttung) aus. Das macht uns oft müde, wir fühlen uns antriebslos, oder hängen in einem anhaltenden Stimmungstief fest. Der Körper fühlt sich schlapp und die Motivation ist generell niedriger als gewohnt.

Gerne zeige ich euch, wie ihr mit einfachen Klopfungen, Streichungen und Massagen diese Zeit kraftvoll und gesund erleben zu können. 

„Get some light, to shine bright“
Es ist wichtig, jeden Tag ins Freie zu gehen, um zumindest etwas Tageslicht zu absorbieren. So überwindest du dich bei jedem Wetter: Sobald die Entscheidung zum Spazierengehen getroffen ist, ziehe sofort die passende Kleidung an (außer deiner Winterjacke). Stelle dich aufrecht hin und klopfe mit den Fingerspitzen ein paar mal sanft auf dein Brustbein. Mache dann 5 bis 10 Kniebeugen, um deine Beinmuskulatur aufzuwärmen. Klopfe dann deine Beine seitlich und hinten von oben nach unten ab. Jetzt fühlst du dich aktivierter - also schnell rein in die Winterjacke und raus an die frische Luft.


„Morning call“
Setze die idealen Impulse am Morgen und aktiviere deinen Körper wohlig und sanft:Reibe deine Nierengegend mit beiden Handflächen kräftig ab und streiche dann einmal auf der Beinrückseite bis zu den Füßen nach unten. Aktiviere außerdem die Fußmuskulatur indem du z.B. die Zehen bewegst, sie spreizt, einziehst und wieder streckst, oder die Fußsohlen mit einem Tennisball massierst. Die Nierenenergie reguliert deinen Energiehaushalt und über die Fußreflexzonen werden die Körpersysteme optimal angeregt.


„Kaffee mit Massage statt Milch“
Für das Nachmittagstief, oder für zwischendurch, empfehle ich dir den Kopf- und Gesichtsbereich anzuregen: Klopfe mit den Fingerspitzen und mit mäßigem Druck die Stirn, die Schädeldecke und dann den Hinterkopf ab. Bemerkst du schon, wie du dich wacher fühlst? Reibe dann deine Handflächen kräftig aneinander und lege sie sanft auf dein Gesicht. Einatmen, Ausatmen und erfrischt den Tag fortsetzen.


„Loslassen statt Festhalten“
Die Kälte lässt uns oft unbewusst die Schultern nach oben ziehen und der Nackenbereich verspannt sich. Nutze den Abend, um diese Haltung wieder bewusst loszulassen. Ziehe dazu beim Einatmen beide Schultern stark nach oben. Atme !kräftig! aus und lasse zugleich die Schultern nach unten fallen. 
Bei Nackenverspannungen hilft außerdem eine Arm-Massagen. Fasse dazu mit einer Hand um den Unterarm und streiche mit Druck einige Male vom Ellbogen bis zu den Händen. Streiche auch alle Finger einzeln aus und wiederhole das ganze auf der anderen Seite. Verwende dafür am Besten ein Hautöl.


Ich wünsche Dir ein licht- und kraftvolles Sommersonnwend-Fest!

Tiefenentspannt

Für mich ist es jedes Mal aufs Neue faszinierend, wenn Menschen während einer Behandlung in eine tiefe Entspannung fallen. Hast du dir einmal bewusst gemacht, wie umfangreich die positiven Effekte von Tiefenentspannung sind? Meiner Erfahrung nach vereint dieser Zustand körperliche Regeneration, mentale Klarheit und emotionale Ruhe.

Intuitiv spüren wir, dass es etwas unglaublich Wertvolles ist, wenn wir entspannt sind. Der Zustand der Tiefenentspannung kann sich ein bisschen wie Heimkommen anfühlen. Loslassen und gleichzeitig verbunden sein mit sich selbst. Es ist wie ein Wassertropfen, der sanft in den See hineinfällt und sich darin ausdehnt. 


Tatsächlich lässt sich die gesundheitsfördernde Wirkung von Entspannung auch messen. Für den Körper bedeutet Entspannung u.a. ein Nachlassen der Muskelspannung, Senkung des Blutdrucks, der Herz- und Atmungsfrequenz, sowie den positiven Einfluss auf die Verdauungs- und Hormondrüsenfunktion. Das ist der ideale Zustand für den Körper, um zu regenerieren, zu reparieren, zu genesen.

Messbar ist auch eine veränderte Aktivität im EEG. Im Zustand der Tiefenentspannung schwingen die Gehirnwellen auf einer langsamen Frequenz (3 - 8 Hz), man spricht dann von den Theta Wellen. Dieser Bereich fördert besonders die Kreativität und Intuition.

Hinter dem für Marketingzwecke missbrauchten Wort „Entspannung“, steckt also viel mehr als ein Wellnessurlaub, ein vermeintlich nicht notwendiges Luxusgut, oder eine „Einfach mal abschalten-Behandlung".

Der Zustand der Tiefenentspannung fördert Heilung, den intuitiven und kreativen Flow und Klarheit.

Die Dinge „begreifen“

Wo genießt du deine freie Zeit? Wo ist dein Lieblingsplatz in der Natur? Bestimmt hast du ein Foto davon.
Apropos Foto - unsere Umgebung wirkt am stärksten durch unseren Sehsinn auf uns ein: Wir schauen uns um, machen Bilder, betrachten die Dinge. Wenn ich dich nach diesem Lieblingsplatz fragen würde, würdest du mir wahrscheinlich beschreiben, wir es dort aussieht, oder?


Erwachsene vergessen oft auf die anderen Sinne, und am allermeisten auf den Tastsinn. Beobachtet man Kinder beim Spielen, erkennt man sofort, dass sie die Welt auch „begreifen“. Je älter Menschen werden, desto zurückhaltender werden sie damit. 

Mich persönlich fasziniert es sehr, welches Potenzial der Tastsinn in sich birgt. Dieser Sinn liefert sehr starke Reize und fordert viel Aufmerksamkeit. Dadurch werden die Gedanken, das Nachdenken und Grübeln für einen Moment leiser. Aufmerksam zu fühlen, zu ertasten, zu spüren, ist für mich ein natürlicher Weg, um präsent zu sein. Warum ist das so?

Hast du dir schon mal überlegt, dass dein Körper das Einzige ist, das immer in der Gegenwart ist? Er kann nicht in der Vergangenheit sein und auch nicht in der Zukunft. Unsere Haut ist das größte Sinnesorgan und „verbindet“ uns stärker mit dem Körperempfinden, als es die Ohren, die Nase, die Zunge, oder die Augen tun. Durch die „Gegenwärtigkeit“ unseres Körpers, ist der Tastsinn das ideale Mittel, um im Hier und Jetzt sein. 

Wenn also dein Kopf mal wieder nicht aufhören will zu plappern, erinnere dich an diesen Text. Und das Beste daran ist: deinen Körper hast du immer dabei.

Die Natur bietet so unglaublich viele verschiedene Strukturen, die mit den Händen ertastet werden können. Probier‘ es aus und „begreife“ das nächste mal deinen Lieblingsplatz. Vielleicht sogar mit geschlossenen Augen. 

Natürliches Wachstum

Wann ist ein Baum eigentlich „fertig“? 


Wann ist ein Baum eigentlich fertig, quasi „ausgewachsen“?
Nie. Er sagt nicht: „Jetzt bin ich genauso, wie ich sein soll. Nun höre ich auf zu wachsen.“
Jeden Tag streckt er sich etwas mehr in die Höhe und breitet seine Äste aus.
Der Baum erlebt den Jahreszyklus hunderte Male und doch blüht und gedeiht er immer aufs Neue.
Er sagt nicht: „Ich kenne die Jahreszeiten auswendig. Ich hab‘ jetzt keine Lust mehr, schon wieder Früchte reifen zu lassen.“
Der Baum nutzt jedes Jahr, um die Ernte seiner neu gewachsenen Äste zu verschenken.

Wir Menschen haben dasselbe Potenzial. Lasst uns nicht stehen bleiben, nur weil die Schulzeit vorbei ist. Lebenslanges Wachstum liegt auch in unserer Natur. Wir können uns in allen Bereichen unseres Lebens ständig weiterentwickeln und entfalten. Und zwar so, wie es uns die Bäume vormachen - stetig, ohne Druck, natürlich und friedvoll. 🌱

Stelle dir gerne mal die Frage: „Wo will ich wachsen?“


Nicht-Tun,

nicht nichts tun.

 

In einer Zeit, in der wir täglich mit Leistungsoptimierung konfrontiert sind, nimmt auch das Bedürfnis nach einem Ausgleich zu. Das Streben nach einem gesellschaftlich anerkannten Ideal, vor allem in den Bereichen Karriere, körperliche Fitness, Persönlichkeitsentwicklung, Social Media Präsenz, Gesundheitsvorsorge und Bildung, hat einen hohen Stellenwert eingenommen. 
Wie erfrischend kann genau deshalb ein „zielloses Tun“ sein. Kreativ zu sein ist ein hilfreicher Weg, um sich bewusst dem Moment hinzugeben und mit Körper, Geist und Seele im Hier und Jetzt anzukommen. Es ist eine wunderbare Art, sich den Raum und die Zeit zu schenken, um das heilsame „Nicht-Tun“ zu erfahren (nicht zu verwechseln mit dem nichts Tun). Aus der Absichtslosigkeit heraus entstehen wunderbare Dinge, die sich jedoch meist erst zeigen, wenn wir entspannt und präsent sind. Dann nämlich öffnen wir uns für das, was im Alltag leicht übertönt wird und das uns keine Werbung, kein Influencer, kein Politiker und auch niemand sonst vorgeben kann: 
das Bunte, Einzigartige, Authentische und Bezaubernde. Es ist das, was einfach da ist. Immer.


Wenn du dich fragst, wie du kreativ sein kannst und dieses „Nicht-Tun“ erfahren kannst, dann schau dir die Kinder an. Sie sind fantasievolle Erfinder, neugierige Entdecker, mitfühlende Ko-Kreatoren, begeisterte und urteilsfreie Beobachter. Sie erschaffen Unglaubliches ohne Anstrengung, ohne Burn-out, ohne Frustration. Kinder erschaffen mit Leichtigkeit, mit Hingabe und mit Freude. Was machen sie anders als wir? Sie lassen sich die Dinge aus einem Moment heraus entwickeln, sie sind wie kleine Magier, die den jetzigen Moment anerkennen und wahrnehmen und darauf aufbauen. So wird ein kleiner Ast plötzlich zum hilfreichen Zauberstab.

Die Struktur folgt der Funktion.

Oder: Warum tut mir mein Körper das an?

Die körperlichen Strukturen richten sich nach ihren Aufgaben aus. Das bedeutet, dass sich Gewebe je nach Verwendung entwickelt. Der Auf- und Abbau, oder die strukturelle Veränderung von bestehendem Gewebe hat also eine funktionelle Ursache.
Wenn du täglich Krafttraining machst, werden sich deine Muskeln anpassen und wachsen. Bei ständiger Überbelastung deiner Kniegelenke werden auch dort strukturelle Veränderungen eintreten. „Use it or lose it!“ ist ein Sprichwort, das beschreibt, dass auch die Gehirnsubstanz je nach geistiger Aktivität auf- oder abgebaut wird. Wenn die Nebennierenrinde aufgrund chronischen Stresses ständig Cortisol ausschüttet, wird sich auch dort die Struktur der Hormondrüse verändern. Unser Körper passt sich also ständig seiner Verwendung an. Das ist natürlich eine vereinfachte Erklärung von komplexen Prozessen, aber dennoch ist die Botschaft klar: Wir können mit unserem Verhalten und mit unserem Lebensstil die Strukturen des Körpers beeinflussen. Und das ist doch eine wirklich wunderbare Sache! Je öfter und intensiver wir unseren Körper „artgerecht“ bewohnen, desto vitaler, stärker, schöner und natürlicher wird er auch werden.


Darf ich (mich) vorstellen...

Mein Name ist Melanie und ich arbeite als Heilmasseurin und Kreativitätstrainerin. Aufgewachsen und wohnhaft in den Tiroler Bergen, wurde mir schon als Kind ein ausgeprägter Sinn für die Schönheit der Natur, sowie für Bewegung und Gesundheit ganz allgemein mitgegeben. Auch das Malen und Basteln war ein wichtiger Teil in meiner Kindheit, und ist es bis heute. 

Neben der Kreativität schlägt mein Herz für die Menschen selbst, welche ich durch die vielen Begegnungen in meiner Arbeit immer wieder auf ihre unvorstellbare Vielfältigkeit kennenlernen darf. Schon früh interessierte ich mich für verschiedene Philosophien, um die Menschen besser verstehen zu können. Ein wichtiger Schritt, um Anderen mit Verständnis und Klarheit begegnen zu können, ist, sich selbst kennen zu lernen, mit den Schwächen und Stärken.

Auf dieser ziellosen Reise der Selbsterkenntnis - des mich selbst Erkennens - bin ich nun. Das Leben hat mir einen wunderbaren Partner geschenkt, der mich motiviert, fördert und fordert, auf diesem Weg weiterzugehen. Mit kleinen oder größeren Pausen, Ausflügen auf abgelegenen Pfaden, bequemen breiten Straßen, schlecht beschilderten Wegen mit Orientierungskrisen oder schönen Panoramawegen gehen wir immer weiter. Wir bewegen uns weiter, auch wenn wir das Ziel nicht kennen. Und genau darin liegt unsere Freiheit. Ziel-, jedoch nicht richtungslos den Moment zu leben. Jeden Schritt auf der Reise als das wahrzunehmen, was er ist - mal leicht, mal schwer, mal klein, mal groß. Es ist, wie es ist und es ist gut wie es ist.

Wenn du Lust hast, ein Stück deines Weges mit mir gemeinsam zu gehen, freue ich mich über dein Interesse an meinen Behandlungen, den Blog-Beiträgen, sowie über deine Teilnahme an meinen Kreativitätstrainings.